define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":95,"date":"2013-07-02T07:28:10","date_gmt":"2013-07-02T07:28:10","guid":{"rendered":"http:\/\/chris-it-guide.de\/?p=95"},"modified":"2013-07-02T19:34:27","modified_gmt":"2013-07-02T19:34:27","slug":"gamification-jeder-spielt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chris-it-guide.de\/?p=95","title":{"rendered":"Gamification \u2013 Jeder spielt!"},"content":{"rendered":"
Denn es um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.<\/strong><\/em><\/p>\n \u00a0– Friedrich Schiller 15. Brief, \u00dcber die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen 1795 –<\/em><\/p>\n Menschen verbringen in Spielen H\u00f6chstleistung. Ob es nun beim Fu\u00dfball, Golf oder StarCraft 2 ist und das tun sie freiwillig und unentgeltlich. Spiele regen unsere Kreativit\u00e4t an, motivieren, geben uns Ausgleich und f\u00f6rdern Gesundheit, Intelligenz und soziale Kompetenz. Ich spiele gerne! Ich spiele gerne Gesellschaftsspiele, Golf oder mit meiner Tochter und als Mitglied der sogenannten Generation-Y bin ich mit Computerspielen gro\u00df geworden und spiele auch diese gerne. Ich bin dabei nicht alleine. Laut Studien spielen 65 % der deutschen Internetnutzer Computerspiele \u00a0(Vgl. TNS \/ Gameindustry.com: 2009).<\/p>\n Aber was ist ein Spiel und warum verbringen Menschen so viel Zeit damit?\u00a0 Johan Huizinga hat 1956 ein Spiel so definiert: \u201eSpiel ist eine freiwillige Handlung oder Besch\u00e4ftigung, die innerhalb gewisser festgelegter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gef\u00fchl der Spannung und Freude und einem Bewu\u00dftsein des \u201aAndersseins\u2018 als das \u201agew\u00f6hnliche Leben\u2018\u201c. (Homo Ludens; Vom Ursprung der Kultur im Spiel; Reinbek 1956).<\/p>\n Menschen haben also bei Spielen eine sehr hohe Motivation, freiwillig einer zum Teil komplexen Besch\u00e4ftigung nachzugehen, welche bestimmten Regeln folgt und diese zu lernen. Computer bieten heutzutage die M\u00f6glichkeit, sehr komplexe Spiele zu erstellen. Moderne Computerspiele f\u00f6rdern Kreativit\u00e4t, Intelligenz als auch soziale Kompetenzen, erweitern das Allgemeinwissen und das Alles mit Spa\u00df. (Alles was ein Fernsehabend bei RTL nicht bieten kann und nein, \u201eWer wird Million\u00e4r?“ z\u00e4hlt nicht zum Bildungsfernsehen ;-P) Gamification versucht, diese positiven Eigenschaften zu nutzen und implementiert Spielprinzipien und Prozesse in die Arbeitswelt. Es versucht, eine dauerhafte Verhaltens\u00e4nderung zu erzeugen, damit Menschen positiver und motivierter bestimmte Dinge erledigen.<\/p>\n Das Prinzip Gamification funktioniert. Gro\u00dfe Firmen wie SUN oder Microsoft verwenden Gamification in den verschiedensten Bereichen mit Erfolg. SAP hat zum Beispiel sein SAP Community Network seit April dieses Jahres um Spielprinzipien erweitert. Seitdem werden Punkte, R\u00e4nge und Erfolge f\u00fcr bestimmte Aufgaben verteilt, die Benutzer in der Community erledigen. Dadurch wird die Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t der Beitr\u00e4ge gesteigert und somit eine komplexe Wissenbasis f\u00fcr SAP Produkte geschaffen.<\/p>\n Gamification bedient sich verschiedenster Bausteine moderner Computerspiele und hat sehr viele unterschiedliche Aspekte die ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n In Spielen werden Gesamtaufgaben in kleine kurze H\u00e4ppchen unterteilt. So genannte Questreihen. In World Of Warcraft zum Beispiel musste man am Anfang, um Zugang zu einem bestimmten Gegner zu bekommen (Onyxia) einen Schl\u00fcssel erspielen. Diese Questreihe schickte den Spieler in alle Teile dieser virtuellen Welt, um verschiedenste Aufgaben zu erledigen. Dabei mussten die Spieler sich zum Teil mit anderen Spielern zusammentun, um die Teilaufgaben zu erledigen und manchmal stupide Aufgaben alleine erledigen. Verwende ich jetzt andere Begriffe, ist dies nichts anderes als Arbeit in einem normalen Unternehmen. Trotzdem machten Millionen von Spielern aus aller Welt dies aus Eigenmotivation freiwillig.<\/p>\n Ich versuche mal, dieses Beispiel auf ein Unternehmen zu projizieren. Als Jahresziel nehmen wir zum Beispiel den Abbau von Lagerh\u00fctern in der Summe von 100.000 \u20ac. Diese „Questreihe“ wird jetzt in verschiedenste Teilaufgaben unterteilt, welche alle Mitarbeiter aus dem Bereich bekommen. Einige sind wiederholbar („Finde einen Lagerh\u00fcter“) einige einmalig („Verschrotte Artikel X“). F\u00fcr das Erledigen der Teilaufgaben gibt es Punkte (z.B. pro Lagerh\u00fcter ein Punkt) und Erfolge (z.B. Troph\u00e4e „CSI Lager \u2013 Sie finden 5 Lagerh\u00fcter“). Diese Erfolge werden f\u00fcr jeden sichtbar gemacht und als Ziele gesetzt. Zudem werden die Erfolge und der Status jedes Mitarbeiters \u00f6ffentlich ausgestellt (Level, gesammelte Erfolge.) Zudem werden Teams gebildet, die in einer Tabelle nach Punkten angezeigt werden. Punkte k\u00f6nnen dann am Ende zum Beispiel in zus\u00e4tzliche Urlaubstage gewandelt werden. Mit diesem Anfang wird aus einer langzeitstrategischen, unternehmerischen Planung ein Spiel.<\/p>\n F\u00fcr Gamification gibt es keine Patentl\u00f6sung. F\u00fcr die jeweiligen Aufgaben und Mitarbeiter muss das Spiel neu erfunden werden. Wichtig ist, dass das Spiel langzeitmotiviert und direktes Feedback gibt, was wohl die wichtigsten Aspekte einer guten Spielifizierung ausmachen.<\/p>\n Gamification ist nicht einfach. Langeweile und Piontification (nur das Verteilen von Punkten) k\u00f6nnen es unterwandern und nur einen sehr kurzen Motivationsschub bewirken. Eine dauerhafte Verhaltens\u00e4nderung ist damit nicht gegeben und anf\u00e4ngliche Erfolge k\u00f6nnen nicht wiederholt werden. Gamification ist ein zu aktualisierender Prozess. Die Herausforderung muss sich stets wandeln und dem \u201eSpieler\u201c Abwechslung und mehr als nur Punkte bieten.<\/p>\n Gamification steckt noch in den Kinderschuhen und ob es ein Trend ist, der wieder abflaut oder sich fest in die Managementmethodik integriert, bleibt noch abzusehen. Jedoch ist das Potenzial vorhanden. Es bietet ein hohes Ma\u00df an Motivation und richtig eingesetzt kann man dauerhaft Menschen dazu bewegen, in langweiligen Aufgaben ein Spiel zu sehen, welches sie gerne spielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Denn es um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. \u00a0– Friedrich Schiller 15. Brief, \u00dcber die \u00e4sthetische Erziehung … Weiterlesen