{"id":69,"date":"2013-05-18T18:21:06","date_gmt":"2013-05-18T18:21:06","guid":{"rendered":"http:\/\/chris-it-guide.de\/?p=69"},"modified":"2013-05-18T18:23:01","modified_gmt":"2013-05-18T18:23:01","slug":"das-babelfisch-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chris-it-guide.de\/?p=69","title":{"rendered":"Das Babelfisch-Problem"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Babelfisch [\u2026] ist klein, gelb und blutegelartig und wahrscheinlich das Eigent\u00fcmlichste, was es im ganzen Universum gibt. Er lebt von Gehirnstr\u00f6men, die er nicht seinem jeweiligen Wirt, sondern seiner Umgebung entzieht. Er nimmt alle unbewu\u00dften Denkfrequenzen dieser Gehirnstr\u00f6me auf und ern\u00e4hrt sich von ihnen. Dann scheidet er ins Gehirn seines Wirtes eine telepathische Matrix aus, die sich aus bewu\u00dften Denkfrequenzen und Nervensignalen der Sprachzentren des Gehirns zusammensetzt. Der praktische Nutzeffekt der Sache ist, da\u00df man mit einem Babelfisch im Ohr augenblicklich alles versteht, was einem in irgendeiner Sprache gesagt wird. Die Sprachmuster, die man h\u00f6rt, werden durch die Gehirnstrommatrix entschl\u00fcsselt, die einem der Babelfisch ins Gehirn eingegeben hat. [\u2026]\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Douglas Adams: \u201ePer Anhalter durch die Galaxis\u201c,\u00a0 S. 54.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00fcnschte, solch einen Babelfisch w\u00fcrde es geben! &#8211; \u00a0Ich find\u2018 die Idee klasse! Er w\u00fcrde Projekte und vor allem Projektdefinitionen wesentlich vereinfachen. \u00a0Das Besondere an einem Babelfisch ist, dass er nicht einfach das Gesprochene \u00fcbersetzt, sondern das Gemeinte \u00fcbermittelt. Einige externe Dienstleister w\u00fcrden in vielen Projekten nur die H\u00e4lfte an Stunden berechnen k\u00f6nnen. Somit w\u00e4re der Babelfisch auch ein wahres Geheimrezept, um Kosten einzusparen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Kommunikationstheorie gibt es verschiedene Modelle, die Kommunikation zwischen zwei oder mehr Teilnehmern beschreiben. Als Grundvoraussetzung f\u00fcr eine fehlerfreie Kommunikation in diesen Modellen wird jedoch ein gemeinsamer \u201eZeichensatz\u201c ben\u00f6tigt. Sprich: Alle verstehen unter einem bestimmten Wort das Gleiche und alle haben den gleichen Wortschatz. Ich denke, bei Wikipedia kann man dies als Beispiel eines perfekten Paradoxons aufnehmen. Klar ist ein Stuhl ein Stuhl. Aber bei Projekten geht es meistens nicht \u00a0um B\u00fcrom\u00f6bel, auch wenn sie noch so ergonomisch geformt sind, sondern um komplexe Aufgaben und Abl\u00e4ufe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Spezialisten aus verschieden \u00a0Bereichen aufeinander treffen, gibt es h\u00e4ufig bestimmte Begriffe, bei denen die Bedeutung f\u00fcr den Einen selbstverst\u00e4ndlich sind und die wiederum bei Anderen ein spontanes \u201eH\u00c4H??\u201c verursacht. Zudem gibt es unternehmensspezifische Ausdr\u00fccke (die ber\u00fchmt ber\u00fcchtigten <i>Insider<\/i>), welche externe Mitarbeiter auch abteilungsfremde Mitarbeiter nicht verstehen. Bei Projektmeetings sollte man also stets darauf bedacht sein, eine verst\u00e4ndliche \u201eSprache\u201c zu sprechen. Man sollte versuchen, sich in seinen Gegen\u00fcber kurz hinein zu versetzten. Vor allem aber sollte man eines tun: <b><i>Wenn man etwas nicht verstanden hat, nachfragen!<\/i><\/b> Nachzufragen ist f\u00fcr viele eine H\u00fcrde. Aber man kann nicht alles wissen. Vor allem bei fachfremden Ausdr\u00fccken. Einfach\u00a0 Kopfnicken und dann sp\u00e4ter (so nach zwei bis drei Wochen im Projekt) zuzugeben, dass man doch nichts richtig verstanden hat, untergr\u00e4bt die meist hart erarbeitete Glaubw\u00fcrdigkeit komplett. Also lieber zugeben, dass man etwas nicht wei\u00df.\u00a0 Aber das ist nur ein Teil des Problems, welches sich durch den Babelfisch in Luft aufl\u00f6sen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gr\u00f6\u00dferes Problem ist, wenn in einem Projekt falsch formulierte Vorgaben gemacht werden oder gar nicht mit den Betroffenen geredet wird. Somit wird am Kunden vorbei entwickelt und mit dem Ergebnis kann keiner etwas anfangen. Zumal die Nachbearbeitung sehr kostspielig ist &#8211; und dadurch nie stattfindet. In der Informatik geht es darum, komplexe Aufgaben und Abl\u00e4ufe mit Computern und Programmen zu unterst\u00fctzen. Dies setzt eine genaue Kenntnis der zu unterst\u00fctzenden Bereiche voraus. Informatiker lernen jedoch meist nur die Informatikseite in ihrer Ausbildung. Logischerweise m\u00fcssen somit besonders Anf\u00e4nger im IT Bereich aufpassen und auch nachfragen, falls etwas nicht verstanden wurde. Jedoch sind gerade die Jungen ITler gehemmt und glauben, sie m\u00fcssten alles wissen, denn ansonsten w\u00fcrden sie nicht ernst genommen. Doch wie Paul Watzlawick, einer der gr\u00f6\u00dften Sprachwissenschaftler des 20. Jahrhunderts, schon feststellte: Man kann nicht nicht kommunizieren. Die Konsequenz dieser wesentlichen und doch einfachen Erkenntnis besteht darin, dass allein die K\u00f6rpersprache einen verr\u00e4t, wenn man bei etwas unsicher ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werfen wir also einen Blick auf die Konsequenz des Ganzen: Viele IT Projekte holen nicht das Optimum an Verbesserung heraus oder scheitern gar durch mangelnde Kommunikation oder Verst\u00e4ndnis der eigentlichen Abl\u00e4ufe. Gerade im Mittelstand gibt es komplexe Workflows, die meistens nicht dokumentiert sind und nur in den K\u00f6pfen der Sachbearbeiter geordnet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider gibt es keinen Babelfisch. Wir k\u00f6nnen somit den Gegen\u00fcber oft nicht sofort verstehen. Die Kommunikation ist gest\u00f6rt und muss erst einmal wieder berichtigt werden; wichtige Zeit geht verloren. Aus diesem Grund ist eine gute Kommunikation im Projektmanagement unverzichtbar. Man kann viele Stress vermeiden, wenn zur richtigen Zeit die richtigen Fragen gestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Babelfisch [\u2026] ist klein, gelb und blutegelartig und wahrscheinlich das Eigent\u00fcmlichste, was es im ganzen Universum gibt. Er lebt von Gehirnstr\u00f6men, die er nicht seinem jeweiligen Wirt, sondern seiner Umgebung entzieht. 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